Prinzip Hoffnung. Kernbegriff konkret gesehen/Gegen die Verballhornung

Hoffnung als Prinzip

Das »Prinzip« Hoffnung in Blochs bekanntestem Werk entspricht keineswegs seiner mittlerweile alltagssprachlich gewordenen Verballhornung als Synonym für »hoffnungsloses Unterfangen«.

Im Gegenteil.

Das von Bloch intendierte, aufgeklärte und bewusst-gewusste Hoffen (docta spes/ PH 5) ist für ihn ein Prinzip des menschlichen Blicks nach vorn, hin auf eine bessere Zukunft.

»Primär lebt jeder Mensch, indem er strebt, zukünftig.« (PH 2)

Die Hoffnung ist ein wichtiger Affekt und Antrieb zum Kampf ums Gelingen. Ohne sie gibt es keine gute Zukunft.

Das Hoffen darauf findet sich überall und Bloch folgt dessen Spuren in enzyklopädischer Breite durch alle Kulturen dieser Welt.

Es ist »ins Gelingen verliebt, statt ins Scheitern« (PH 1), das macht seine Kraft und seine Wirkung aus.                                                                      

Konkreter, aktiver Zugriff auf diese Welt, verbunden mit theoretisch geläutertem, bewusst-gewustem Hoffen, mobilisiert den Traum vom besseren Leben gegen Entfremdung, Entäußerung, Ausbeutung, Unterdrückung und Zerstörung.

Für eine Welt in Allianz mit der Natur und in realer Demokratie:

»so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.« (PH 1628)

Infos und Interpretationen: https://www.degruyter.com/view/product/431069?format=B&rskey=pCqmuY&result=3

https://www.suhrkamp.de/buecher/materialien_zu_ernst_blochs_prinzip_hoffnung_-_27711.html